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Release 4.5

    Freiwilliger Polizeidienst Berlin 

Juli/August 2002

Inkompetente Argumentationen zur Begründung der Auflösung des FP !

Nachdem eindeutig der Senatskoalition nachgewiesen werden konnte, dass der FP den Landeshaushalt nicht belastet, sondern durch die Einnahme von Verwahrnungsgeldern im Rahmen von Verkehrsüberwachungsmaßnahmen und Ordnungswidrigkeiten in Naherholungs- und Parkanlagen dem defizitären Landeshaushalt sogar einen deutlichen Überschuß zuführte, änderte man die Argumentation.

Jetzt heißt es, dass ein Freiwilliger Polizeidienst nicht mehr zeitgemäß ist. Wenden wir uns deshalb mal anderen Polizeiorganisationen zu. Das in Baden-Württemberg der FP äußerst effizient ist, wurde bereits an anderer Stelle berichtet. Schauen wir deshalb mal über den Kanal nach England. Begeben wir uns in die Gegend rund um die altehrwürdige Universitätsstadt Oxfort.

Die Polizeifreiwilligen, die es übrigens in ganz Großbritannien gibt, werden „Specials“ genannt. Englandreisenden wird es bekannt sein, dass die englische Kollegen sehr häufig Einzelstreife fahren. Polizeifreiwillige werden am Anfang ihrer „Karriere“ auch wie bei uns eingesetzt – mit Beamten zusammen, können aber nach einigen Jahren zufriedenstellender Dienst, entsprechende Weiterbildung und Beurteilung etc., Einzelstreife fahren mit praktisch allen Eingriffsrechten etc. Der englische Polizeifreiwillige kann sich selber in den Dienst versetzen, allerdings nur in seinem eigenen sowie unmittelbar benachbartem Polizeigebiet. Er wird für seinen (Ehrenamtlichen) Dienst auch nicht bezahlt, sondern erhält nur eine Kostenrückerstattung. (Ein Freiwilliger aus Deutschland, dessen Wille in der Freizeit für die Gesellschaft einen sinnvollen Beitrag zu leisten immer öfter mit dem Hinweis auf fehlende Geldmittel zunichte gemacht wird, könnte geradezu neidisch werden.......).

Damit unterstellen die Fachleute für Innere Sicherheit der Senatskoalition in gewisser Weise unseren britischen Kollegen, mit ihrer Sicherheitspolitik auch nicht zeitgemäß zu sein! Dabei ist es tatsächlich so, dass man wohl im Vereinigten Königreich besonders auf das Ehrenamt im Allgemeinen, dem Freiwilligen Polizeidienst im Besonderen, einen besonderen Stellenwert im Sicherheitsmanagement zu Teil werden läßt.

Vom beschaulichen Oxford, mal schnell hinüber zum Big Appel, nach New York City. Auch hier unterstützen “Volunteers” die lokalen Polizeibehörden. Die gleiche Situation in Los Angeles! Wie schrecklich! Unser Senat ist der Auffassung, ein Frw. Polizeidienst ist nicht mehr zeitgemäß. Nun gut. Damit ist dann das Sicherheitsmanagement in weiten Teilen der Staaten nicht mehr zeitgemäß. Was haben wir doch für Experten. Diese wären doch für die Sicherheitsfachleute in USA und Großbritannien ein echter Zugewinn, oder ?

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