Version 7.6

Februar 2009

Freiwilliger Polizeidienst Berlin

Wer war “Arthur Nebe” ?

Bis 1944 war Nebe Reichskriminaldirektor und Chef des Reichkriminalpolizeiamtes. Seit 1923 war er maßgeblich beteiligt am Aufbau einer modernen Kriminalpolizei und später dann an der Schaffung des Reichkriminalpolizeiamtes, als Auswertungs- und Infromationssammelstelle, vergleichbar mit dem heutigen Bundeskriminalamt.

Das Reichskriminalpolizeiamt entwickelte sich unter Nebe zu einer international anerkannten und geachteten Institution mit einer für damalige Verhältnisse hervorragenden Abteilung für Kriminaltechnik und Biologie. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft, verstrickte sich Nebe in die Machenschaften und Intrigen der SS-Führer Himmler und Heydrich. Nebe distanzierte sich schnell innerlich vom Regime, kam aber in Verantwortung der Einsatzgruppen in Osteuropa. Sein handeln als Kriminalbeamter, der er eigentlich immer geblieben war, führte den Generalleutnant der Polizei und SS-Gruppenführer in alle Bereiche der menschlichen und unmenschlichen Psyche. Schliesslich musste er an sich selbst, an Verrat, Täuschung und seinen Beziehungen scheitern. Verraten durch eine unglückliche Liebe wurde Nebe als Unterstützer der Widerständler rund um Klaus Graf Schenck von Stauffenberg verhaftet und im März 1945 hingerichtet.

Nebe war verstrickt in die Erschiessung von alliierten Kriegsgefangenen und deckte die Vorbereitungen zum Attentat am 20. Juli 1944. Während seiner Zeit als Kriminalist, ereigneten sich die berühmtesten Kriminalfälle der 20’er, 30’er und 40’er Jahre, an dessen Aufklärung er Anteil hatte. Erwähnt seien hier die Gebrüder Sass und Götze, der S-Bahn Mörder und der s.g. “doofe Bruno”.

Warum erzählen wir das? Wer kennt sie nicht, die deutschen Nachrichtenmagazine wie Spiegel und Focus. Vor wenigen Wochen stieß die Redaktion auf einen Bericht im Internet mit der Überschrift: “Das Spiel ist aus - Arthur Nebe”. der Name “Nebe” war bekannt, doch ohne tieferes Wissen über die zeitgeschichtlichen Zusammenhänge in die der Kriminalist verstrickt war. Also weiter ermittelt und herausgefunden, dass das Internetportal “Spiegel-Online” einen umfassenden Bericht des Spiegelmagazins aus dem Zeitraum zwischen 1949 bis 1950 veröffentlicht hat. hier ging es genau um diesen Arthur Nebe. Die Spiegel Serie über Nebe begann am 29. September 1949 und endete als einer der längsten Serien im “Spiegel” am 20. April 1950. Das scheint alles nichts besonderes, wenn es nicht das “Spiegel Archiv” geben würde. Eben hier sind genau diese Berichte des Spiegel einsehbar und in vielerlei Hinsicht recherchierbar. Selbst ein download als pdf Dateien ist möglich und diese beinhalten dann auch die Werbebotschaften aus dieser Zeit, wo ein bekanntes Haarpflegemittel noch unter 3,00 DM zu bekommen war.

Für zeitgeschichtlich Interessierte also eine wahre Fundgrube..

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