Version 7.6

Februar 2009

Freiwilliger Polizeidienst Berlin

Texte:

Einfach mal Danke.....

Eindrücke nach 22 Jahren Freiwillige Polizeireserve und Freiwilliger Polizeidienst

Betrachtet vom “Webmaster”

Der Freiwillige Polizeidienst (FP) blickt auf eine 40jährige Geschichte zurück.
Diese 40 Jahre beinhalten politischen und gesellschaftlichen Wandel.
Zeitweilig wurde ernsthaft über den Weiterbestand der damaligen FPR (Freiwillige Polizeireserve) diskutiert.
"Relikt des kalten Krieges", war dabei eine der Bezeichnungen, die eine der grössten Bürgerinitiativen Berlins erhielt. Rechtsradikalismus, sowie kriminelle Unterwanderung, wurden der FPR ebenso angedichtet.
Dabei waren es vielfach Reservistinnen und Reservisten, die u.a. Einrichtungen unserer Jüdischen Gemeinde in Berlin, oder auch Unterkünfte von Asylbewerbern vor Anschlägen mit Erfolg schützten.

Wie in anderen Berufen auch, gab es auch bei der FPR einige wenige, die durch ein Fehlverhalten in der Öffentlichkeit negativ aufgefallen sind. Diese wurde jedoch umgehend aus dem Dienst entfernt.

Etwas für ihre Stadt tun, die Beamten der Polizei von bestimmten Dingen zu entlasten,
damit diese sich intensiv um andere, wichtige Aufgaben kümmern können, war und ist das Motiv der Berlinerinnen und Berliner. Jener Berliner, die sich bereit erklärten, bestimmte polizeiliche Aufgaben zu übernehmen.
Es gibt gesetzliche Aufträge, für deren Ausführung nicht immer ein voll ausgebildeter Beamter erforderlich ist. Ausserdem sind die Männer und Frauen besonders durch den Gedanken das "Verbrechensbekämpfung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist", engagiert.
Wir sind keine Rambos, Möchtegernpolizisten, frustrierte Bürger die es anderen einmal zeigen wollen, oder Hilfssheriffs. Wobei man über den letzteren Begriff noch diskutieren kann, denn was wäre der Marschall von Dodge City ohne den “Deputy Festus”....... (hier sei an die Fernsehserie "Rauchende Colts" erinnert, man möge mir diesen
Vergleich nachsehen.......) ?

Aus unterschiedlichsten Berufen kommen sie, die Freiwilligen in Berlin, Baden-Württemberg und nun auch aus Hessen, oder die Helfer der Sicherheitswacht in Bayern.
Lehrer, Busfahrer, Freiberufler, Verwaltungsangestellte, Männer und Frauen aus der freien Wirtschaft.
Und damit bin ich nun endlich beim Thema:
Dankeschön den Arbeitgebern. Nicht immer war es leicht, die Angestellten für eine Woche freizustellen. Trotzdem wurde es in den meisten Fällen ermöglicht. Auch gab und gibt es Unternehmen, die vom zusätzlichen Wissen der Freiwilligen profitieren.

Dankeschön den zahlreichen Ausbildern und Fachlehrern der Landespolizeischule.
Umfangreiches Wissen musste komprimiert und vermittelt werden. Trockene Gesetzestexte wurden so gelehrt, dass sie begriffen und angewendet werden konnten und können.
Mit Professionalität und Fingerspitzengefühl wird der Umgang mit der Schusswaffe vermittelt, dass die Handhabung sitzt und die Anforderungen im Schießleistungsnachweis erbracht werden können.
Dankeschön den Beamten und Beamtinnen im täglichem Dienst, die das Wissen mit ihrer Erfahrung und der erforderlichen Praxis vor Ort festigen und untermauern, den Kollegen vom SEK, die stets einen neuen Tip zur Eigensicherung für uns dabei haben.
Oft bringen sie auch die notwendige Geduld auf für die immer wiederkehrenden Fragen und beantworten diese, helfen und unterstützen.

Ein Blick zurück. Zu den ehemaligen Westalliierten gab es neben dem britischem Tattoo, dem französischem und amerikanischen Volksfest, zahlreiche Kontakte.
Gern erinnert man sich an die herzliche Gastfreundschaft des "Provost Marshall" dem Chef der Militärpolizei der US Army.
Bleiben wir doch gleich beim Militär. Auch zur Bundeswehr gab viele Kontakte. Die Besuche beim Marinefliegergeschwader 5, dem Luftwaffen-Transport-Geschwader 63, dem Aufkärungsgeschwader 52, sind in besonderer Erinnerung geblieben.
Zu jeder Zeit wurden die "Berliner" freundlich empfangen und hervorragend verpflegt.

Schauen wir aber noch zurück in die Vergangenheit von Berlin.
Die zahlreichen "Großlagen", forderten immer auch die Reservisten.
Weltbanktagung, Weltwirtschafts- oder Klimagipfel, immer waren auch die Reservistinnen und Reservisten mit im Einsatz. Jahrelang war die FPR verantwortlich für die Voraufsicht im Vorfeld der damaligen Parade der Alliierten, die jedes Jahr im Juni stattfand, bis die Soldaten die Stadt nach der Wiedervereinigung Deutschlands schliesslich verliessen
Es waren schöne Einsätze, an die man sich gerne zurück erinnert. Viele private Freundschaften sind dadurch entstanden. Die "Alten" halfen stets den "Jungen", heute sind die "Jungen" schon wieder die "Alten".

Zweiundzwanzig Jahre im Dienst als "Hilfssheriff" und ich möchte keine Stunde missen..........

Danke!

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